Chronik

Franz Fleischmann bei seiner Ernennung als Ortsbeauftragter
Friedrich Bolz
Heinrich Döbler
Die Mannschaft des THW Nördlingen im September 1978
Die Unterkunft am Stoffelsberg

Chronik des THW-Ortsverbandes Nördlingen

Im Sommer des Jahres 1953 erfolgte die Gründung des Ortsverbandes, dessen erster Ortsbeauftragter Bauingenieur Fritz Grieb wurde. Die ersten 10 Helfer rekrutierten sich aus der Mannschaft des städtischen Bauhofes.

Als im Herbst 1953 Bauing. Michael Hubel zum neuen Ortsbeauftragten bestellt wurde, zählte das THW bereits 27 Helfer. Nun konnte bereits eine Instandsetzungsgruppe, bestehend aus 22 Mann, aufgestellt werden. Die Erstausrüstung (je 10 Jacken, Hosen und Mützen, Bindeleinen, Sandschaufeln, Steingabeln, einige Sägen und Bohrer, sowie Äxte und Hämmer) wurde in einem Verschlag im Erdgeschoß des "Mal'schen Hauses" untergebracht.

Im März 1954 nahmen schon 36 THW-Helfer an einem Erste-Hilfe-Kurs beim BRK teil. Zu dieser Zeit stellte der Ortsverband an die Stadt Nördlingen einen Antrag um Zuweisung eines Übungsplatzes. Diesem Antrag wurde im Sommer 1954 stattgegeben. Der Stadtrat wies dem THW ein 2500 qm großes Gelände an der Augsburger Str. (heute Maler-Weng-Weg) zu. Damit konnte die Grundausbildung auch im Freien verstärkt vorangetrieben werden.

Unter der Mitgliedsnummer 3 ist Friedrich Bolz verzeichnet, der sich viele Jahre als Gerätewart und beim Aufbau der ersten THW-Unterkunft große Verdienste erworben hat. Im Mitgliederverzeichnis an 4. Stelle findet sich Heinrich Döbler, der im August 1955 zum Ortsbeauftragten ernannt wurde. Er leitete das THW zwanzig Jahre lang. Als Lehrer an der städtischen Berufsschule in Nördlingen hatte er die Möglichkeit, viele junge angehende Handwerker, besonders der Bauberufe, für das THW zu gewinnen.

Im Juni 1956 kaufte der Ortsbeauftragte auf Veranlassung des Landesverbandes die alte Abort-Baracke des ehemaligen RAD-Lagers an der Oskar-Mayer-Straße. Kaufpreis DM 300.-! Die Baracke wurde abgebrochen, zum Übungsplatz transportiert und dort auf ein neues Betonfundament gestellt. Zerlegt bot sie einen fürchterlichen Anblick. Instandsetzung, Aufbau und Ausbau der Baracke erforderten weit über 1000 Arbeitsstunden. Im Frühjahr 1957 erfolgte die Einweihung und das Nördlinger THW war mächtig stolz auf seine erste und selbstgebaute Unterkunft.

Im April 1959 wurde dann ein LSHD-Bergungszug aufgestellt, der zunächst mit einem M KW ausgerüstet wurde.
Ein schwerer Schlag für den OV war die Kündigung der Unterkunft und des Übungsplatzes im Juni 1962 durch die Stadt, die das Gelände für ein Wohnungsbauvorhaben benötigte. Das bedeutete den Abbruch der mühsam erstellten Unterkunft. An eine Wiederaufstellung an anderer Stelle in der Stadt war nicht zu denken. Für die Ausrüstung und Bekleidung stellte die Stadt dem OV einen kleinen Raum in der Alten Schranne zur Verfügung.

Zwischenzeitlich wurde der Bergungszug mit 2 weiteren MKW und einem GKW ausgerüstet. Fahrzeuge und Bekleidung des Bergungszuges fanden im Ochsenzwinger ihren Standort. Nach jahrelangen Bemühungen um eine endgültige Unterbringung des THW in Nördlingen konnte schließlich die Unterkunft am Stoffelsberg Zug um Zug angemietet werden.

Schließlich und endlich gelang es auch, für die Fahrzeuge des THW im THW-Heim Platz zu schaffen. Es dauerte fast zwei Jahrzehnte, bis der OV eine endgültige Bleibe und alles unter einem Dach hatte. Im Sommer 1975 übernahm Franz Fleischmann das Amt des Ortsbeauftragten.

Im Jahr 1978 feierte das THW Nördlingen sein 25 jähriges Bestehen. Zu dieser Zeit bestand der Fahrzeugpark aus 2 Mannschaftskraftwagen und einem Gerätekraftwagen.

Als Nachteil erwies sich, dass keine Funkgeräte und Funkalarmmelder vorhanden waren. Aus diesem Grund wurden mit Eigenmitteln und Zuschüssen des Landkreises im Jahr 1979 ein 4m Fahrzeugfunksprechgerät und zwei 2m Handfunksprechgeräte beschafft. Zudem erwarb das THW zur Ergänzung des Fahrzugparks ein Führungsfahrzeug. In diese Zeit fiel auch die Gründung der Grundausbildungsgruppe. In diesen Grundausbildungsgruppen werden den neuen Helfern innerhalb eines Jahres die Grundkenntnisse des Bergungsdienstes beigebracht. Diese Grundausbildung wird mit einer Prüfung abgeschlossen.

Um die Vorlaufzeit bei Einsätzen zu verkürzen, konnte mit Zuschuss des Landkreises 1981 die ersten fünf Funkmeldeempfänger zur schnelleren Alarmierung der Helfer eingesetzt werden.

1982 gründeten die Helfer des Ortsverbands den THW Helferverein. Die Ziele des Helfervereins sind die Durchführung kameradschaftlicher Aktivitäten, die Förderung der Jugendarbeit und die Beschaffung von Ausstattung für den Ortsverband durch freiwillige Spenden. Im gleichen Jahr übernahm Karl Löffler das Amt des Ortsbeauftragten von Franz Fleischmann.

1984 erreichten die Einsatzfahrzeuge ein Alter von durchschnittlich 30 Jahren und wurden bis 1985 durch 2 neue Mannschaftskraftwagen und einen Gerätekraftwagen ersetzt. Die vorhandene Ausstattung wurde sukzessive erneuert, da diese veraltet und durch die politische Lage mehr auf den Verteidigungsfall als auf den friedensmäßigen Katastrophenschutz ausgerichtet war. Die offizielle Übergabe der Fahrzeuge fand 1985 mit einer großen Ausstellung und Vorführungen auf der Kaiserwiese statt. Durch die Funkalarmierung und die bessere Ausstattung nahm auch die Anzahl der Einsätze zu. Um genügend ausgebildete und motivierte Helfer für den Ortsverband zu gewinnen, gründete das THW Nördlingen 1986 eine Jugendgruppe.

Glasnost und die Öffnung der Grenzen wirkte sich auch auf das THW Nördlingen aus. 1991 transportierten Helfer des Ortsverbandes in drei Fahrten Hilfsgüter in die ehemalige UdSSR.

Nach langen Verhandlungen mit der THW Landesleitung stellte uns die Stadt Nördlingen ein Grundstück für den Neubau einer THW-Unterkunft bereit, doch aufgrund der angespannten Haushaltslage der Bundesrepublik Deutschland und durch die Gründung von THW Ortsverbänden in den östlichen Bundesländern konnte das Grundstück nicht gekauft werden.

Aufgrund der Wegfalls der militärischen Bedrohung und der damit verbundenen Änderung des Zivilschutzes, wurde die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk in den Jahren 1993 bis 1995 umstrukturiert. Bei dieser Neuordnung stand auch die Auflösung vieler THW-Ortsverbände im Raum. Auch Nördlingen war bedroht. Im Jahr 1995 war die strukturelle Veränderung der Bundesanstalt abgeschlossen. Der Ortsverband Nördlingen blieb bestehen und bekam durch die Ausrichtung auf den friedensmäßigen Katastrophenschutz zwei Kleinlaster von aufgelösten Einheiten zugewiesen. Mit diesen neuen Fahrzeugen war es nun auch endlich möglich, Materialien wie z.B. Sandsäcke oder Holz zu transportieren.

Die Neuordnung der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk in den Jahren 1988 bis 1995 brachte auch eine Änderung der Führungsstrukturen mit sich und vergrößerte die zukünftigen Anforderung an die Helfer. Dabei sind vor allem die überörtlichen Hochwasser-Alarmeinsätze von 1999 mit jeweils ca. 10 Stunden Einsatzzeit in Weilheim Oberbayern und in Neuburg an der Donau hervorzuheben.

Da die Anzahl der Fahrzeuge sich nun erhöht hatte und die Einsätze zunahmen, stieß die Unterkunft am Stoffelsberg an ihre Grenzen und so begannen erste Vorgespräche zum Bau einer neuen Unterkunft.

1997 übernahm der bisherige Zug Truppführer Thomas Murr das Amt des Ortsbeauftragten.

1999 erhielt das THW Nördlingen vom THW-Landesverband einen 25 kVA Stromerzeuger. Zum Transport des Stromerzeugers erwarb der Helferverein einen Anhänger und baute ihn in Eigenleistung nach den Bedürfnissen des Technischen Hilfswerks um. So ist der Ortsverband jetzt im Besitz eines transportablen und leistungsfähigen Stromaggregates. Im Katastrophenfall kann das THW Nördlingen in einem nicht unbeachtlichen Maße zu einer unabhängigen Stromversorgung beitragen.

Im März 2000 konnte endlich die neue Unterkunft an der Oettinger Straße bezogen werden. Der Umzug wurde durch die gute Unterstützung durch Stadt, Bund und Land ermöglicht. Letztendlich wäre ein Umzug aber ohne die zusätzliche und freiwillige Eigenleistung der Helfer nicht möglich gewesen.

Im August 2002 bekam der Ortsverband von der Geschäftsführung den Einsatzauftrag zu einem einwöchigen Hochwassereinsatz bei Magdeburg. Durch die Bereitschaft der Helfer, ihrer Familien und der Arbeitgeber war es uns möglich, innerhalb von acht Stunden zwei Bergungsgruppen mit ca. 16 Helfern, in das Einsatzgebiet zu entsenden.

Um die Einsatzmöglichkeiten zu verbessern, erhielt der Ortsverband in den Jahren 2002 und 2003 einen LKW mit Kipperpritsche, eine Betonkettensäge, ein Betonkernbohrgerät, ein Plasmaschneidgerät und mehrere Hebekissen mit einer Tragkraft von bis zu 130 Tonnen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass in den Jahren von 1980 bis 1990 das Hauptaugenmerk auf der Verbesserung der Funkausstattung und der Ausbildung lag. Aufgrund der steigenden Anzahl von Einsätzen wurde in den folgenden Jahren die übrige Ausstattung erneuert und erweitert.

Der Ortsverband Nördlingen mit seinem 1. Technischen Zug Nördlingen, seiner Grundausbildungsgruppe, der Reservegruppe und der Jugendgruppe ist für die kommenden Aufgaben gerüstet.

Zukünftig wird es eine der wichtigsten Herausforderungen des THW Nördlingen sein, junge Menschen dazu zu motivieren, freiwillig in einer Hilfsorganisation mitzuarbeiten.

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